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...this blog, eating disorders & me

Darum geht es in diesem Blog. Um mich und mein Leben. Und um mich und mein Leben mit der Essstörung.
Ich hatte nie ein normales Essverhalten und mir hat keine Therapie dabei geholfen eins zu bekommen. Die Therapeuten interessierten sich, als ich etwas ändern wollte nicht für die ES, weil ich aus medizinischer Sicht normalgewichtig war und bin. Ich hatte die Diagnose atypische Anorexia Nervosa bekommen und das wars.
Es gab Zeiten, in denen ich daran arbeiten und normal essen wollte. Aber allein habe ich es nicht geschafft und Hilfe bekam ich nicht. Heute will ich - aus Gründen, die unter 'me' zu finden sind - keine Therapien mehr und arrangiere mich mit der ES.
Ich habe seit Jahren Phasen, in denen ich fresse, Phasen, in denen ich kotze, Phasen, in denen ich hungere, Phasen, in denen eine Mischung auftritt.
Ich bin essgestört und werde es bleiben. Also mache ich das für mich Beste daraus. Ich bin dabei Fressen und Kotzen loszuwerden (was ein ziemlicher Kampf ist). Mit dem, was übrig bleibt, will und werde ich leben.
Darum geht es in diesem Blog. Um mich, mein Leben und meine Entscheidung.

Warum ich das nun schreibe? Ganz einfach.
Ich hoffe immernoch, dass bestimmte Menschen doch noch verstehen, dass Essstörungen kein lustiger Freizeitspaß für fette Leute sind, dieein paar Kilos loswerden wollen und denen eine Diät nicht cool genug ist oder nicht cool genug klingt.
"Ana" und "Mia" sind keine kleinen niedlichen Mädchen und 'pro-sein' kein trendy Lifestyle. Pro zu sein ('with' finde ich passender) heißt einen Pakt und Waffenstillstand mit dem Feind zu schließen, um Frieden zu finden, den dieser aber unter Umständen jederzeit brechen kann.
Man teilt das Bett mit dem Feind und vielleicht auch mit dem Tod. Pro/With zu sein, ist die Entscheidung dafür und dafür, das Beste daraus zu machen. Die Entscheidung für ein Leben mit dem Feind, der auch Freund ist, dem man aber irgendwie doch nie ganz trauen kann.
Ja, in gewisser Weise ist es ein Lifestyle im wörtlichen Sinne. 'Lifestyle' bezeichnet ohne Wertung eine Art zu leben. Und auch wenn es makaber klingt, das ist es. Eine Art zu leben. Eine Art mit der ES zu leben. In diesem Sinne ist es ein Lifestyle. (Nicht die ES. Nur der Umgang mit ihr.) In anderem nicht.

Essstörungen sind keine Diät. Sie sitzen tief im Kopf und Fressen, Kotzen, Hungern,... sind 'nur' einzelne Symptome. Die Störung ist das, was dahinter steckt. Essstörungen sind nicht lustig. Nicht die Störung an sich und nicht die Symptome.
Es ist nicht lustig, heulend zusammen zu brechen, weil einen die Gedanken 'Essen oder nicht essen?' wahnsinnig machen.
Es ist nicht lustig, wenn man sich am liebsten vor Selbsthass von oben bis unten aufschlitzen würde, weil man das selbstgesetzte Kalorien-Limit überschritten hat.
Es ist nicht lustig, heulend zusammen zu brechen, weil weil man mal wieder alles unkontrolliert in sich rein gestopft hat.
Und es ist nicht lustig, sich die Seele aus dem Leib zu kotzen, bis die Augen knallrot sind, man so schwach ist, dass man nicht mehr austehen kann und wie ein Haufen Elend, weinend am Boden liegt.
Die Panik vorher, die einen dazu treibt, das Gefühl zu spüren, wie sich jede einzelne Kalorie in Fett verwandelt und der Körper sich immer weiter ausdehnt, das Herzrasen, die Schweißausbrüche,... sind nicht lustig.
Die Magenkrämpfe sind nicht lustig und auch nicht die Panik vor einem Krümel Knäckebrot.
Die Angst aufzufliegen ist nicht lustig, genauso wenig wie vor Kopfschmerzen lieber verrückt zu werden, als eine Tablette zu nehmen, weil man nicht weiß, ob und wie viele Kalorien sie hat. Immerhin hat der Kleber von Briefmarken schon 3.
Es ist nicht lustig, nicht zur Schule gehen zu können, es ist nicht lustig, wenn einem schwarz vor Augen wird, wenn man zusammenklappt, weil der Kreislauf nicht mitspielt.
Es ist nicht lustig zu lügen und es ist nicht lustig, wenn sich andere Sorgen machen.

Das habe ich alles erlebt. Und das sind nur Vergangenheit und Gegenwart. Von den möglichen Folgen bis hin zum Tod muss ich wohl nicht erst anfangen.
Leute, es ist nicht lustig! Bitte begreift das endlich!

Da kaum jemand den 'Ana-Stuff' als das versteht, was er ist - nämlich sarkastische, überspitzte Aufklärung für Außenstehende von Betroffenen - gibt es den Kram hier nicht.
Da immernoch etliche Kinder (und das sind derart unreife Personen für mich) den Ernst der Lage nicht begreifen, gild das gleiche für Thinspiration, Thinlines, genaue Kalo-Angaben und meine Ess-Pläne/Protokolle.

Ja, in gewissem Sinn ist dahier ein Pro-/With-Blog.
Ein With-Blog von jemandem, der die Tatsachen und die Realität kennt.
Ein With-Blog, in dem es um mich, mein Leben und meine Entscheidung geht.
Nicht mehr und nicht weniger.

Ich bitte niemanden darum diese Seite zu verlassen.
Ich bitte euch nur darum, dass ihr darüber nachdenkt, was ihr tut und was ihr besser lassen solltet.

Lexi



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